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Weibliche Logik beim Anschieben

Vor Jahren war ich einmal abends in der Stadt unterwegs. Ich parkte meinen Wagen seitlich an der tagsüber viel befahrenen Hauptstraße, auf der um die Zeit meiner Rückkehr zum Auto allerdings nichts mehr los war. Gerade als ich meinen Wagen starten wollte, klopfte es gegen die Seitenscheibe. Ich öffnete dieselbige und zwei junge Mädels schauten mich hilfesuchend an und fragten mich, ob ich ihnen beim Anschieben ihres Autos behilflich sein könnte. Dieser würde nicht anspringen, die Batterie war total leer. Da man ja meist Gentlemen ist, war ich dafür natürlich sofort bereit.

Die eine setzt sich hinter das Steuer des Corsas, die andere und ich begannen den Opel anzuschieben. Langsam kommen wir auf Geschwindigkeit und ich denke, dass die Süße ja nun langsam mal den zweiten Gang einlegen und die Kupplung kommen lassen könnte. Aber nichts geschah. Vielleicht waren wir ihr noch nicht schnell genug. Kurz feuerte ich das Mädel neben mir zu einer noch größeren Anstrengung an und so schoben wir noch verbissener, um das Auto noch etwas schneller zu bekommen.

Langsam merkte ich die Anstrengung. Die Kleine, die mitschieben musste, keuchte schon wie eine Dampflok, aber das Auto ruckte nicht, rollte stur geradeaus. Keinerlei Aktivitäten der Fahrerin waren zu bemerken. Schwer keuchend stellten wir schließlich unsere Anstrengungen ein, meine "Mitschieberin" setzte sich jammernd auf den Bürgersteig, da sie sich auch noch den Absatz ihres Pumps abgebrochen hatte.

Dann stieg die "Fahrerin" aus und fing sogar noch an zu meckern, warum wir nicht weiterschieben würden, der Motor würde schließlich noch nicht laufen. Schwer atmend fragte ich sie dann, warum um Gottes Willen sie die Kupplung nicht hatte kommen lassen. "Warum die Kupplung kommen lassen?" war ihre Antwort. Verdutzt schaute ich sie an, dann fragte ich sie, was sie denn gemacht hatte, während wir angeschoben hatten. "Ganz einfach, ich habe während der ganzen Zeit den Zündschlüssel gedreht, um den Motor zu starten" kam ihre treuherzige Antwort.

Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich das hörte. Da die Batterie total leer war, bekam ich davon beim Schieben nichts mit. Geduldig (Geduld muß man wohl auch haben, wenn man ihr das dann dreimal erklären muss) erklärte ich ihr, was sie beim Anschieben machen müsse, wenn die Batterie leer ist, und siehe da: Oh Wunder, der Motor sprang an.

Kopfschüttelnd ging ich zu meinem Wagen, still hoffend, dass die Fahrerin mir niemals auf einem Parkplatz begegnen möge ...

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