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Die Kleinwagen-Frauenlogik

Aaaarrrrghh!

Neulich morgens an der Autobahnraststätte ...

Ich stehe in Fahrtrichtung am Bordstein, 20 Meter hinter den Zapfsäulen der Tankstelle und ordne mein Halstuch, da es mir die Fahrt über in den Nacken zog. Ich fahre eine BMW, GS 100 (Für die Unwissenden: 1000 Kubik.). Unmittelbar vor mir befinden sich drei freie Parkbuchten, im Winkel von 45 Grad zum Bürgersteig. Während ich noch über die beiden "Frauenparkplätze" direkt hinter dem Rollstuhlparkplatz sinniere und mich dabei einmal wieder ein wenig meines Geschlechts schäme, rollt exakt in dem Augenblick, in dem ich mich wieder auf den Weg machen will, ein Kleinwagen vor meine Füße bzw. vor mein Vorderrad. Ich warte noch einen Augenblick, da ich nicht glauben kann, dass ein Mensch tatsächlich seinen Wagen mitten auf der Trennlinie "Frauen-" und "Behindertenparkplatz" platziert und harre auf das Rangiermanöver. Kommt aber nicht.

Stattdessen steigt eine Frau aus, geht ihres Weges und ich bin diejenige, die sich aus diesem nun zugeparkten Zustand schiebend herausrangiert. In Höhe der Dame bleibe ich stehen und frage die Wildparkerin, wie man nur so idiotisch parken kann. (Ich gebe zu, eine aus der Wut geborene rhetorische Frage.) "Weil ich in fünf Minuten wieder zurück bin. Stört Sie das vielleicht?!" antwortet sie. Sprachlosigkeit bei mir.

Ja, zweifelslos stört es mich, wenn sich mir zwei Sekunden vor meiner Abfahrt ein Mensch in den Weg stellt. Was nicht der Fall gewesen wäre, wenn sie den für sie vorgesehenen Dumpfbackenparkplatz richtig benutzt hätte. Aber noch viel mehr stört mich, daß sie als Angehörige meines Geschlechts jedes schlechte Klischee bedient, indem sie so parkt, wie sie parkt.

Ihre überaus frauentypische Reaktion auf meine Frage, läßt mich jede Hoffnung auf eine der Ausnahmen unter den "Frauen in Kleinwagen" sinken lassen. Der Kleinwagenfahrerin erste und alleinige Reaktion auf meine Provokation: ... ein plumper Rechtfertigungsversuch. Sie erklärt sich und glaubt, dass eine idiotische Handlung weniger idiotisch ist, wenn sie zeitlich limitiert ist. In meinem Verständnis bedeutete das dann auch, daß ich eine mildere Strafe bekommen müsste, wenn ich sie mit 200 Sachen überfahre, als wenn ich meinem eigentlichen Drang nachginge, sie in einem langen 20 Minuten-Akt zu erwürgen. ... Kleinwagen-Frauenlogik. Die richtige Antwort wäre gewesen: "Indem man auf die Ansicht eines Klugscheißers auf einem Motorrad pfeift." Damit hätte sie mir imponiert. :) Disclaimer: Ja, ich bin eine Frau. Und ja, ich hasse die Mehrheit der Frauen am Steuer fahrender Kraftfahrzeuge!

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